Haus im Turm

Das HAUS IM TURM vereinte unter dem Namen „Turmgüter“ über 300 Jahre lang (seit 1631) bedeutende Weingüter des nördlichen Mittelrheins – u. a. das Weingut Deutz. In der heutigen Region zwischen Linz und Siegburg besaßen die Gutsherren Weinberge in der Ausdehnung von etwa 400 Hektar. Eine Größe, ähnlich der gesamten heutigen Flächen der Ahr-Weinregion.

Bereits in der Römerzeit wurde am Fuße des Siebengebirges nachweislich Weinbau betrieben. Alte Überlieferungen besagen, dass zum HAUS IM TURM bereits im 16. Jahrhundert eine Kelterei, Brauerei sowie Landwirtschaft gehörten. Die ehemaligen Besitzer, die Grafen zu Roendorp und Richter Heister, deren Stammsitz im HAUS IM TURM am Fuße des Drachenfels gelegen war, trugen entsprechend Ihrer Reputation für die Burgen am hiesigen Rheinabschnitt – beispielsweise die Löwenburg – die Verantwortung. Später ging der gesamte Gebäudekomplex mit seinem angeschlossenen Park an die Kölner Kaufmannsfamilie Theodor Essingh und danach an die Familie Merkens.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts unterhielt das Erzbistum Köln eine Landesvolkshochschule in der Villa Merkens, die heute wieder den Namen HAUS IM TURM führt. Darüber hinaus rankt sich seit Jahrhunderten die sagenumwobene Geschichte von Siegfried und dem Drachen, deren Schauplatz der Drachenfels gewesen sein soll.

Eine kleine Anekdote, die heute noch gerne erzählt wird, besagt, dass Konrad Adenauer zwischen den Jahren 1943 und 1945 ein häufiger Gast im HAUS IM TURM gewesen ist. Als sein Freund, der Schweizer Konsul, übergangsweise im HAUS IM TURM wohnte, lernte Adenauer dieses Baudenkmal und seine prachtvolle Parkanlage sehr schätzen. In den 50er Jahren, als ein Seilbahnprojekt vom denkmalgeschützten Park hinauf zum Drachenfels geplant werden sollte, setzte sich Adenauer persönlich gegen den Bau dieser Anlage ein.

Zurück in die Zukunft

Jahrelang blieb das Anwesen mit seinem Hauptturm aus dem 13. / 14. Jahrhundert, seinem klassizistischem Flügel an der rechten und einem neuzeitlichen an der linken Seite ungenutzt. Die Orangerie, der Brunnen im Innenhof sowie das angeschlossene Fachwerkhaus und der Schürmannbau verloren ihren Charme und ihre Bedeutung für die Region jedoch nicht.

Im Jahr 2006 erwarb die Familie Siebdrat die Villa Merkens und benannte diese wieder in ihren jahrhundertealten Namen HAUS IM TURM um. Im Andenken an die große Weintradition wurde die alte Substanz aufwändig restauriert und ihr mit einem besonderen Weinladen „Turmweine.de" (Lieferant bester deutscher Weine) wieder „neues Leben eingehaucht”. Frau Siebdrat führt das Geschäft mit großer Hingabe und die Familie verbringt mittlerweile einen Großteil ihrer Freizeit im HAUS IM TURM.

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